Projektbeschreibung

Sie sind Nachkriegskinder und sie kommen aus kommunistischen, aus sozial-demokratischen, aus jüdischen Familien. Sie haben die Nazizeit und den Widerstand und die Verfolgung der Eltern nicht unmittelbar erlebt, und wenn, lebten sie versteckt oder im Kinderheim. Sie haben allerdings erlebt, wie schmerzvoll ihre Eltern die Verfolgung und Haft während der Nazi-Zeit bewältigten und verarbeiteten. Sie haben erlebt, wie die westdeutsche Nachkriegsjustiz die Verfolgung der Naziverbrecher nur widerwillig und äußerst nachlässig betrieb. Sie haben stattdessen erlebt, wie ihren Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert wurde, wie Hausdurchsuchungen sie ängstigten, wie ihre Eltern die quälenden Verfahren zur sogenannten Wiedergutmachung durchmachten.
Im Workshop wird anhand der Erfahrungen Ihres Vaters vom Widerstand gegen das Nazi-Regime, der Verfolgung bis zur Befreiung im Mai 1945 und die persönlichen und politischen Auswirkungen in ersten Jahren der jungen Bundesrepublik berichtet. Die Referentin geht der Frage nach, wie sich die Erfahrungen der Eltern auf deren Kinder auswirkte und stellt das Konzept der „Generationen-übergreifenden Weitergabe traumatischer Erfahrungen“ vor.

Projektleiter

Inge Kroll,

wächst in den 50er und 60er Jahren in Bergisch Gladbach auf, wird Chemielaborantin und erwirbt später die Hochschulreife auf dem 2. Bildungsweg, studiert Psychologie in Düsseldorf und Bonn, arbeitet in der Erwachsenen-Bildung und ehrenamtlich in der Erinnerungsarbeit.